Schafe, Dänemark, InsellebenJuly 12, 2009 12:10 pm

Es ist unverwunderlicherweise wieder still hier geworden.

Ich bin nun schon elf Monate und zwei Wochen hier - in sechs Wochen muss ich Strynø den Rücken zukehren. Mittlerweile bin ich mit der Sprachschule fertig, was bedeutet, dass ich eigentlich gar nicht mehr von der Insel runterkomme und fast jeden Tag arbeite. Schlimm genug, denn das lässt die Zeit noch etwas schneller voranschreiten.

Wenn ich also nicht gerade in Wehmut schwelge, Kühe umherfahre und Schafen Wasser gebe oder Gästen hinterherräume und Milchkaffee verkaufe, dann ist es zumindest manchmal so warm, dass man mit Wassermelone und Badezeug raus aufs Wasser fahren kann, um sich ein bisschen dänischen Sommer zu gönnen.

   

 

 

 

Und jetzt - für alle Interessierten zum Mitschreiben und Videorekorder programmieren:

Am Sonntag, den 2. August um 20:15 Uhr auf dem NDR kommt eine Reportage über Strynø und weitere Inseln der Region - meine Hood also.

Eine Programmvorschau gibt es hier.

SchafeJuly 4, 2009 6:54 pm

In letzter Zeit klopften eine Menge deutsche und dänische Fernseh- und Printjournalisten hier an, um Reportagen über das Smakkecenter und/oder Strynø zu produzieren.

Der erste nennenswerte Beitrag im deutschen Fersehen kommt bald, leider dreht es sich erst einmal nicht um Strynø, sondern eher die ganze Region Fyn.

 

"Wunderschön. - Fyn und die Dänische Südsee" kommt voraussichtlich am Sonntag, den 05. Juli um 20:15 auf dem WDR.

 

(Meine Notiz kommt etwas knapp, aber dafür kommt auf dem NDR bald eine Reportage über Strynø und das Smakkecenter.)

SchafeJune 20, 2009 1:56 pm

Zu schade, dass ich den Artikel nicht im Archiv der Süddeutschen Zeitung finden konnte, aber wer noch die Ausgabe vom Donnerstag den 18.6. hat, kann einmal in den Reiseteil auf Seite 43 gucken und einen ganz netten Artikel über die Dänische Südsee und vor allem Strynø lesen.

SchafeJune 9, 2009 7:36 pm

Unsere Gäste werden vor einem Aufenthalt auf dem Zeltplatz des Smakkecenters darauf hingewiesen, dass alles Nötige außer Geschirr selbst mitzubringen ist. Und es scheint niemand Kaffeefilter zu vergessen, weswegen die Campingküche davon überhäuft ist.

Heute dachte ich mir, dass man ja mal etwas gegen diese Filterflut tun muss.

Kaffeefilter meets langweiligen Regentag meets Klammermaschine.

 

  

SchafeJune 7, 2009 10:32 pm

Das Projekt Flaschenlamm ist geglückt. Forest ist nun erwachsen, darf wählen gehen und alles andere, was erwachsene Schafe so machen. Fast 130 Euro in 20 Kilo Milchpulver hat sie verputzt in etwas weniger als 300 Liter Ersatzmilch und unzähligen Stunden Fütterungszeit.

 

Forest wenige Stunden nach ihrer Geburt und nach ihrer ersten Flasche:

 

 

Und mit drei Monaten und kurz nach ihrer allerletzten Flasche (auch wenn ich Forest gerne mit einem Elefant vergleiche, sie ist doch ganz links im Bild zu sehen):

SchafeMay 10, 2009 9:59 am

Forest ist jetzt zwei Monate alt. Sie ist etwa so groß wie ein Elefant und  so schwer, dass man sie nicht einfach mehr hochheben und auf den Schoß oder über den Zaun setzen kann. Sie bekommt mittlerweile nur noch zweimal am Tag eine große Flasche, ab übernächster Woche nur noch einmal. Nach einer Phase, wo sie uns immer hinerhergerannt ist nach dem Füttern und überall aus dem Zaun heraus kam, kam eine Phase, wo sie nach dem Füttern mit uns Versteck-Fangen gespielt hat. Jetzt füttern wir sie innerhalb des Weidezauns und mit ihrem dicken Wurstleib kommt sie nirgends mehr durch.

Sie rülpst jetzt undamenhaft nach jeder Mahlzeit und leider machen sich auch sonstige Folgen unserer schlechten Erziehungsmethoden bemerkbar. Es tut wirklich weh, wenn sie einem ihre steinharten Hüfchen in die Kniekehle rammt, um an die Flasche zu kommen.

Trotzdem scheinen wir etwas richtig gemacht zu haben, denn sie scheint sozial gut in die Herde integriert zu sein und ist auch  vor uns viel scheuer geworden, was ja nur dem natürlichen Verhalten eines ausgewachsenen Schafs entspricht.

Letzte Woche, an ihrem 2-monatigen Geburtstag wurde sie getauft und ist nun ein offiziell buddhistisches Lamm, was vermutlich immer und immer wieder als Flaschenlamm im Smakkecenter geboren wird.

 

SchafeApril 21, 2009 7:57 pm

Liebe Prokrastination,

du hinderst mich schon seit drei Wochen hier wieder mal einen vernünftigen Eintrag zu schreiben.

Seit meinem Letzten ist einiges passiert - diverse Besuche von tollen Freunden (und zukünftigen Mitbewohnern), Schafbegräbnisse (nein, nein, NICHT Forest) und Geburten, Kayaktouren, Ostern, der Ausbruch aus der offiziell-zahlmäßigen Teenagerzeit.

Doch mal der Reihe nach.

Forest gedeiht prächtig. Sie ist ein unsäglicher Gierhals und obwohl sie mit ihrem dicken dicken Wurstwanst eigentlich stecken bleiben müsste, findet sie immernoch ein Loch im Zaun, um uns schonmal eine Stunde vorher an ihre Fütterzeit zu erinnern.

 

Das Bild ist schon etwas mehr als drei Wochen alt, zur Zeit dürfte sie um die zehn oder zwölf Kilo wiegen und ist für Nickerchen auf dem Schoß schon etwas zu überdimensioniert.

 

Der Frühling hat hier wirklich zugeschlagen und es war schon eine Ewigkeit nicht mehr regnerisch draußen. Auch die Igel finden das gut und tun sich an Äpfeln und Brot gütlich, während unser Kater durch Yoga versucht seine Bikinifigur wieder hinzubekommen.

 

Etwa eine Woche vor Ostern hat der Lämmerboom eingeschlagen. Gleich zwei Zwillingspaare kamen in kürzester Zeit. Hier seht ihr die dicke Speckwurst Forest direkt neben einem neugeborenen Lamm.

Und dann, kurz vor Ostern, bekam ich Besuch von ein paar treuen Freunden und Indienreisekameraden. Wir hatten viel Spaß und frische Luft und unter anderem die erste Yrsa-Tour des Jahres. Zur Erinnerung: Yrsa ist der Viehfrachter, mit dem wir ab und zu zu den verschiedenen Kleininseln schippern und Tiere oder Landwirtschaftsmaschinen transportieren.

   

Dieses Mal war es eine Herde Galloways. Wir warteten ewig, bis der Hänger zum Aufladen kam, dafür sind die Kühe am Ziel mit einem großen Satz von Yrsa gesprungen und promt in den ewigen Weiten von Birkholm (8 Einwohner) verschollen.

Abends gab es dann noch ein nettes Fest zu meinem Wiegentage, mit leckerem dänischen Kuchen und zwanzig (!!) von Tamina gestrickten/gefilzten Fliegenpilzen. Nein, es waren Fliegenpilze, Champignons, Steinpilze und ein Giftpilz.

 

Dann kam schon Ostern und somit der nächste Schwung Besuch. In diesen Tagen gab es volles Inselprogramm. Gründonnerstag eröffnete ein neues Restaurant auf Strynø und zu dieser Feierlichkeit spielten "The Strynettes" (im Rahmen ihrer Europatour). Wir genossen die Sonne, umwanderten die Insel, besuchten eine inselige Kunstausstellung und malten Ostereier. Auf Strynø und wenigen anderen dänischen Inseln ist es Tradition an Ostern am Strand ein kleines Strohfeuer zu machen, einen Kessel mit Meerwasser zu füllen und über dem Feuer bunt bemalte Eier zu kochen und zu essen. Lustigerweise gibt es hier gar nicht so viele bunte Ostereier und beim sogenannten "Æggekogning" dient es allein zu dem Zweck, dass man seine eigenen Eier wiedererkennt.

     

Man sitzt also im Seegras, lässt sich die Sonne ins Gesicht scheinen und wartet eine dreiviertel Stunde darauf, dass die Eier endlich hart sind.

Später an diesem Tage wurde noch der Maibaum niedergelegt. Es versammelt sich die halbe Insel auf dem Maibaumsplatz/Stadtmitte und während alle starken Frauen und Männer (nein, eigentlich nur die Männer aber beim Aufstellen werden Tamina und ich das Patriarchat durchbrechen und als erste Frauen den Maibaum stemmen) sich an diese gekreuzten Hebestangen machen, gibt der Rest moralischen Beistand. Am Ende gibt es noch eine Art umgedrehte Auktion - sozusagen das "myhammer" der alten Tage. Man unterbietet sich gegenseitig darum, wer den Maibaum für das wenigste Geld putzt und neu anstreicht. Mitte Mai wird er dann mit einem großen Trara wieder aufgestellt.

 

Und als wäre es nicht genug Spannung für einen Ostersamstag haben wir uns abends noch zum Banko (dt. Bingo) spielen gewagt. Ich kam beim schnellen Übersetzen der Zahlen für meine deutschen Freunde gehörig ins Schwitzen und gewonnen haben wir natürlich nichts. Aber fast. BANKO!

 

Den Ostersonntag verbrachten wir im Kajak. Ich wollte den anderen unbedingt die kleine, nur im Sommer von zwei Familien bewohnte Insel Strynø Kalv zeigen und so sind wir kurzerhand dorthin gepaddelt. Schöne Tour und guter Ausklang eines großartigen Osterwochenendes.

 

Letzte Woche war dann - wie sollte es auch anders sein - schaflastig. Ostermontag wollten Tamina und ich noch einmal mit dem Kajak los. Beim Füttern fiel mir dann ein Schaf auf, was abseits der Herde stand. Die Aue war mitten im Geburtsprozess, wir konnten dann aber leider nur ein totes Lamm rausziehen. Es muss wohl im Geburtskanal erstickt sein.

 

Tamina ist schon losgezogen um Spaten und Schaufel zu holen, da kam schon das zweite Lamm - gottseidank lebendig! Allerdings war die Mutter durch die Totgeburt verwirrt, sie kümmerte sich zwar um das lebende Lamm, ließ es aber nicht trinken. Wir beschlossen erstmal das erste Lamm zu beerdigen und unsere Kajaktour zu machen, doch selbst nach drei Stunden schien das Lamm nicht großartig getrunken zu haben. Aber es war stark, lief herum und die Mutter hatte keine Euterentzündung. Als erfahrene Lammmütter hatten wir jedoch keine Lust auf ein zweites Flaschenlamm und spielten so diesen Abend die Darwinisten. Glücklicherweise hat es sich die Mutter über  Nacht anders überlegt und wir haben kein schlechtes Gewissen, dass wir ein Lamm haben eingehen lassen.

 

Hier ist noch das Kontrolllamm Forest, das erst einmal schauen muss, ob wir Lamm Nr. 1 auch rechtmäßig begraben haben.

Was wir eigentlich schon längst machen wollten: Schafe scheren und Ohrmarken setzen. Letzteres gestaltete sich recht einfach, wenn man davon absieht, dass auch Lämmer ganz schön stark sein können und das mit den Ohrmarken nicht so toll fanden. Ersteres ist eine reine Katastrophe - ich wünschte wir hätten uns nicht entschlossen es selbst zu machen (korrigiere: mein Chef hat das beschlossen). Bisher haben wir zweieinhalb Schafe geschoren. Das Halbe hat noch einen Bauchpelz - ob es mich deswegen so missmutig und vorwurfsvoll anschaut? Weil es weniger Arbeit ist zu schlachten, als zu scheren, werden wir unsere beiden Widder-Jährlinge zu Fleisch verarbeiten und zudem muss noch eine alte Texel-Aue von ihrem beschwerlichen Leben erlöst werden. Bleiben am Ende noch dreieinhalb Schafe. Au Backe.

     

Zuletzt unsere jüngste Forest-Impression. Seit wir ihr Ohrmakren verpasst haben, sieht sie etwas - achtung - belämmert aus. Und ihre neue Frisur scheint ihr auch nicht zu gefallen.

 

 

 Na dann, mach es gut, liebe Prokrastination, bis nächstes Mal!

 

SchafeMarch 25, 2009 10:15 pm

Das Ganze hier wird immer mehr zu meinem persönlichen Schaf- als zu einem Dänemark-Blog. Doch aus gegebenem Anlass bin ich derzeit völlig schaf-obsessiv.

Da ich hier leider keine Videos einbinden kann (Wieso nur? Jemand so blogsome/wordpress bewandert, dass er mir das erklären kann?), muss ich euch bitten auf diesen Link zu klicken. Ich sage nur drei Dinge: Schafe. Lichterketten. Großbrittanien.

SchafeMarch 24, 2009 10:15 pm

Heute im Programm: Stichverletzungen durch einen winterschlafenden Igel. Was man so alles im Heuhaufen findet…

SchafeMarch 23, 2009 4:56 pm

Forest ist heute 12 Tage alt, etwas größer als letzte Woche, wiegt etwas mehr als 5 Kilo und hatte heute eine normale Körpertemperatur von 39,4 °C. Sie bekommt nur noch viermal am Tag etwas zu trinken. Wir versuchen sie langsam daran zu gewöhnen, dass sie nur noch um 8:00,  14:00 und 20:00 Uhr etwas bekommt.

Leider wird sie immer anhänglicher und kann auch schon prima aus ihrer Stallecke ausbrechen, weshalb sie zur Fütterungszeit immer schon vor der Küche auf uns wartet und anmault, wieso wir so lange gebraucht haben.

Zwischen der zweiten und dritten Woche beginnt bei Lämmern das Wiederkäuen. Und sie übt auch schon und kaut fleißig auf Körnern, Gras und Heu herum oder niest in ihren Wassereimer (und furzt dabei). Lämmer dürfen sich aufgrund ihrer Niedlichkeit wirklich alles erlauben.