InsellebenMay 26, 2009 7:55 pm

Und, ward ihr schon schwimmen? Unter freiem Himmel, in einem nicht beheizten (künstlichen oder natürlichen) Gewässer? Nein?

Aber ich!

 

Heute nach einen Weltuntergangsgewitter wurde es verhältnismäßig schwül-warm - fast 28 Grad. Zumindest in Hausnähe. Trotz der lauen Brise direkt am Wasser haben wir uns nicht abschrecken lassen und sind ins kühle eiskalte Nass gerobbt. Denn leider muss man für eine schwimmgeeignete Wassertiefe ca. einen halben Kilometer hinauslaufen. Dann ein bisschen Wassermelonen essen und Sonne auf den Bauch scheinen lassen - alles in allem: Der Sommer ist da.

 

 

 

SchafeMay 10, 2009 9:59 am

Forest ist jetzt zwei Monate alt. Sie ist etwa so groß wie ein Elefant und  so schwer, dass man sie nicht einfach mehr hochheben und auf den Schoß oder über den Zaun setzen kann. Sie bekommt mittlerweile nur noch zweimal am Tag eine große Flasche, ab übernächster Woche nur noch einmal. Nach einer Phase, wo sie uns immer hinerhergerannt ist nach dem Füttern und überall aus dem Zaun heraus kam, kam eine Phase, wo sie nach dem Füttern mit uns Versteck-Fangen gespielt hat. Jetzt füttern wir sie innerhalb des Weidezauns und mit ihrem dicken Wurstleib kommt sie nirgends mehr durch.

Sie rülpst jetzt undamenhaft nach jeder Mahlzeit und leider machen sich auch sonstige Folgen unserer schlechten Erziehungsmethoden bemerkbar. Es tut wirklich weh, wenn sie einem ihre steinharten Hüfchen in die Kniekehle rammt, um an die Flasche zu kommen.

Trotzdem scheinen wir etwas richtig gemacht zu haben, denn sie scheint sozial gut in die Herde integriert zu sein und ist auch  vor uns viel scheuer geworden, was ja nur dem natürlichen Verhalten eines ausgewachsenen Schafs entspricht.

Letzte Woche, an ihrem 2-monatigen Geburtstag wurde sie getauft und ist nun ein offiziell buddhistisches Lamm, was vermutlich immer und immer wieder als Flaschenlamm im Smakkecenter geboren wird.

 

Dänemark, Inselleben 9:51 am

Es wird Sommer hier. Das erkennt man daran, dass es jetzt zwar warm wird (tagsüber gerne mal um die zwanzig Grad), man davon aber nichts mitbekommt, weil zu den Sommermonaten der Wind auffrischt und es dadurch irgendwie kälter ist, als im Frühling. Ich liebe Dänemark!

Ende April kochten Tamina und ich für das "Fællesspisning" (= gemeinsames Essen). Jene Veranstaltung in der Turnhalle der Schule, bei dem sich ein paar Leute freiwillig zum Kochen bereit erklären und sich der Rest der Insel anmelden kann und dann einen kleinen Preis bezahlt, um am Essen teilzunehmen. Wir entschieden uns die Dänen etwas zu verwirren und machten ene Grießklößchensupp zur Vorspeise und Buchteln mit heißer Vanillesoße als Hauptspeise. Unsere 76 Gäste (!) waren etwas verwirrt, ob der Tatsache, dass man auch etwas Süßes als Hautspeise essen kann. Da wir aber den ganzen Tag lang in der Küche standen und wie bekloppt Gemüsebrühe gerührt und Hefeteigbällchen geformt und mit Marmelade gefüllt haben (ca. 200) und unsere Finger dementsprechend mit Teig und Butter überzogen waren, habe ich hiervon leider keine Fotos. Es war dennoch alles in allem ein voller Erfolg, es scheint zumindest geschmeckt zu haben.

Seither waren wir oft mit Yrsa, der Kuhfähre, unterwegs. Sonntags ungefähr sechs Stunden bei Rückenwind von Strynø nach Illumø, dann Montags 80 junge Stiere von Bøjden am Festland auf die mit Yrsa 20 min entfernte Insel Illum bringen, Dienstags zurück und auf dem Rückwind weitere 30 Kühe aufsammeln und auf eine weitere Insel bringen, ehe wir wieder den Heimathafen anlaufen sollten.

 

Hier esse ich gerade eine 30 Jahre altes Würstchen aus einer Grönland-Sturmration, die bis ca. 2456 haltbar sein soll.

Die Monstertour mit 80 Kühen klappte glücklicherweise gut, wir mussten dafür mehrere Male hin und her fahren, weil wir jeweils nur 15 Stück Vieh geladen haben. Die Tour am nächsten Tag, war weitaus abenteuerlicher. Weil wir faul waren und nicht zweimal fahren wollten, luden wir alle 30 einjährigen Kälber auf und hofften auf Hochwasser, denn mit diesen 4/5 Tonnen lagen wir ganz schön tief im Wasser.

Unterwegs fiel uns leider einer der beiden Motoren aus, weshalb Flemming unter Deck war, während Tamina steuerte und ich vorne an Yrsas Klappe stand und ein paar neugierige Stiere daran hinderte über Bord zu springen. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass mir die Stiere die Hand ablecken dürfen, wenn sie artig sind.

An der Zielinsel angekommen war leider ganz und gar kein Hochwasser und wir kamen nicht weiter als bis 25 Meter vor Küstenbeginn. Aber irgendwie mussten wir diese Tiere ja von Bord bekommen. Wir hüpften dann in Wathosen ins Wasser, öffneten die Klappe und hoffeten, dass die Kühe es begreifen und den kürzesten Weg zum Land laufen (durch ca. brusttiefes Wasser). Eine erste mutige hüpfte dann allen voran und hastete schnell auf den Strand. Die anderen, waren leider nicht so schlau. Zwei sind unter unseren Seilen weggepaddelt und liefen dann um Yrsa rum, währed in Zeitlupe hinterherrannte und hoffte, dass das bereits seitlich wegtreibende Schiff mit nicht auf den Kopf fällt. Nach diesen Anfangsschwierigkeiten plaschten aber auch die restlichen Kühe ins Wasser und gingen an Land. Wir mussten uns nur beeilen auf user wegtreibendes Schiff aufzuspringen, was ja plötzlich viel leichter geworden war!

  

Letzten Montag waren wir beim Inselyoga. Einer unserer neuen Inselbewohner ist Yogalehrer und hat kostenlose Probestunden angeboten, um zu sehen, ob Interesse für einen Kurs besteht. Es war zwar eine dieser etwas esotherischen Yoga-Arten, hat mir aber dennoch Spaß gemacht. Und es war einfach toll zu sehen, wie die netten Nachbarn einen Kopfstand machen.

Der Inselaktivitäten immer noch nicht müde haben wir Freitag bei einer Strandaufräumaktion mit angeschlossenem Flohmarkt teilgenommen. Die Schule veranstaltet das jedes Jahr, um Geld für die Klassenfahrt zu sammeln.

Erst gehen einzelne Gruppe verschiedene Abschnitte des Strandes entlang und sammeln Müll auf. Dann trifft man sich wiederin der Schule, es gibt sebstgemachte Brote und Kuchen und danach findet in der Turnhalle ein Flohmarkt statt, für den man vorher etwas spenden konnte. Eine super Aktion, auch wenn ich außer einem Thunfischsandwich nichts kaufen konnte.

Und nun - Preview auf meine nächste Woche. Es kommt ein Kamerateam und wir drehen tatsächlich einen sechsminütigen Werbefilm für das Smakkecenter! Der wird sicherlich nur dreimal nachts um zwölf ausgestrahlt, aber wir bekommen ihn auf DVD, also ist alles halb so schimm.