Und schon werde ich mein Versprechen, keine weiteren Lammeinträge mehr zu posten, brechen.
Der Grund wiegt ein paar Kilo, ist bunt-gescheckt, wollig und äußerst niedlich. Was soll ich sagen?: Tamina und ich sind Eltern geworden - eines kleinen Flaschenlamms. Donnerstagmorgen beim Füttern stand eine unser Gotländer Schafe im Stall, an seiner Seite ein wenige Stunden altes Lämmlein. Merkwürdig war, dass es aus einer ganz anderen Ecke des Stalls Geräusche machte. Eingeklemmt zwischen zwei dort gelagerten Zaunteilen fanden wir ein völlig ausgekühltes zweites Lamm. Vermutlich ist es direkt nach der Geburt dort reingerutscht und die Mutter hat es "vergessen". Denn als wir es dort rausholten und zu ihr setzten, wollte die es nicht trinken lassen und hat es mehrere Male mit dem Kopf weggestoßen und durch die Luft geworfen.
Wir haben das Mutterschaf dann festgehalten, damit das Kleine etwas richtige Milch trinken kann, um alle wichtigen Abwehrstoffe zu bekommen. Diverse Versuche, das Lamm der Mutter wieder unterzujubeln, scheiterten. Ja, ich habe tatsächlich einem kleinen Lamm den Hintern mit seiner eigenen Nachgeburt eingeschmiert, nur damit es wieder neugeboren und nach der Mutter riecht.
Glücklicherweise ist es ziemlich fit und neugierig. Es folgt uns fast überall hin, wenn es sich nicht gerade vor einem Gartenschlauch erschreckt und erstmal Anlauf nehmen muss, um mit einem großen Satz drüberzuspringen.
Das Flaschenlamm wohnt nun über Nacht bei uns in der Scheune direkt neben dem Haus (zumindest für die ersten Tage) und tagsüber ist es auf der Weide bei der Herde und rennt seiner Rabenmutter hinterher. Denn jetzt heißt es erstmal für Tamina und mich: Alle drei Stunden füttern, auch mitten in der Nacht. Glücklicherweise kann man nach den ersten Lebenstagen die Fütterintervalle vergrößern, nach zwei Monaten soll es von der Milch entwöhnt sein.
Das Lämmlein ist übrigens eine Sie und heißt Forest. Lauf, Forest, lauf!

Natürlich haben wir auch schon völlig abstruse Fotos von Forests Entwicklung geschossen und ihr erstes Mal Pipi machen fotografiert. Aber das erspare ich euch lieber.
Kategorie unnützes Wissen: Der allererste Lämmerkot ist dunkelbraun, während die folgenden während der Milch-Tränke-Phase orange sind. Toll, oder?